von Björn

Wir sprechen viel von Windparks, Biomasse und Solarfeldern, wenn es um Klimaschutzprojekte geht. Alles Technologien aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien, mit zertifizierter Klimaschutzwirkung, je nach Qualitätsstandard. Dafür stehen unter anderem Projekte mit Gold Standard, bzw. Gold Standard Kandidaten, den wir bei natureOffice ausschließlich zur Kompensation über Erneuerbare Energien einsetzen. Eine Vielzahl an Menschen verbinden mit Klimaschutz sofort Bäume und Wälder. Geschieht dies zurecht? Wir sagen “ja, aber”. Beleuchten wir doch kurz die Wiederaufforstung für den Klimaschutz.
Wälder – unsere grüne Lunge. Die Wälder dieser Erde sind ein wichtiger Produzent von Sauerstoff und binden gleichzeitig Kohlendioxid (CO2). Genau diese letztere Funktion ist es, mit der sich Wiederaufforstungsprojekte für Klimaschutzzwecke bewerben. Während der Wachstumszeit binden die Pflanzen das schädliche CO2 und entziehen es er Atmosphäre. Natürlich handelt es sich bei solchen Wäldern nicht um die ursprünglichen, dicht gewachsenen Regenwälder (die sogenannten “Primärwälder”), sondern um Sekundärwälder (nachgewachsene Wälder), die aber dennoch aus einheimischen Baumarten in einer Mischkultur bepflanzt werden und sich durch eine hohe Biodiversität in Fauna und Flora auszeichnen.
Bei der Wiederaufforstung geht es um die Rettung ehemaliger Brachflächen oder Flächen, die extensiv als Rinderweiden genutzt wurden. Es werden einheimische Baumarten gepflanzt, manchmal auch mit Zumischung von Teak-Holz, das dann auch kommerziell verwendet wird.
Aufforstung – kontrovers diskutiert
Beim Klimaschutz wird leider auch viel Schlechtes gemacht, so gibt es – zurecht – auch bei Forstprojekten eine kritische und kontroverse Diskussion über Qualität, Sinnhaftigkeit und Klimaschutzwirkung. Dennoch kann man die Meinungslage knapp zusammenfassen: die allermeisten Umweltorganisationen sehen Aufforstung als wichtigen Teil der Klimaschutzstrategie. Der WWF schreibt beispielsweise in seinem “Green Carbon Guidebook” vom 27.05.2008: “Forests have a vital role to play in the fight against global warming, as the largest terrestrial store of carbon and, after coal and oil, the third-largest source of carbon emission.“. Es geht also nicht um das “Ob” sondern um das “Wie”. Und genau das ist uns als Klimaschutzagentur wichtig.
Nachhaltigkeit, die zählt
Bei Projekten, die einem hohen Qualitätsstandard entsprechen, geht es aber nicht nur um die Bepflanzung mit Bäumen, sondern vielmehr um eine echte Nachhaltigkeit für Mensch, Tier und Natur.
Wann ist denn nun ein Wiederaufforstungsprojekt tatsächlich geeignet, dass wir von natureOffice es empfehlen können?
- Nachvollziehbarkeit durch dokumentierte Standards (z.B. CarbonFix)
- FSC-Zertifizierung der Wälder
- Langfristige und nachweisliche Bindung der Flächen (z.B. durch Erwerb)
- Schaffung lokaler Arbeitsplätze
- Dauerhaftigkeit der Aufforstung und Schutz vor Unfällen (z.B. Feuer, Sturm)
- Berücksichtigung der Flora und Fauna, Artenvielfalt
CO2OL wurde 1998 als gemeinnütziger Verein mit Sitz in Bonn gegründet und ist mittlerweile ein Teilbereich der ForestFinance Gruppe. Als Spezialisten für Wiederaufforstung kümmern sich die Kollegen von CO2OL um Klimaschutz durch Wiederaufforstungsprojekte, die selbst konzipiert und betrieben werden.
Wir haben uns lange Zeit mit den Projekten vom CO2OL e.V. (bzw. der ForestFinance) auseinandergesetzt und uns in vielen persönlichen Gesprächen und Dokumentationen über deren Tätigkeit informiert. Der Gold Standard, den wir bei Projekten der Erneuerbaren Energien einsetzen, kann leider nicht auf Forstprojekte angewandt werden. Wir finden dennoch, dass deren Aufforstungsprojekte mit hohen Standards und viel Engagement vor Ort in Panama umgesetzt werden und auch unseren hohen Anforderungen entsprechen.
Drei Standards in Kombination
Bei den von uns ausgewählten Projekten von CO2OL ist die Kombination von drei Zertifzierungen, die in Summe die hohe Qualität ausmachen: der CCB (von der Climate Community and Biodiversity Alliance), der CarbonFix Standard und die FSC-Zertifizierung der Wälder (Forest Stewardship Council). Hier folgen wir den Ergebnissen des WWF, der sich in seinem bereits oben angeführten Green Carbon Guidebook für einen “Meta Standard Framework”, also ein Konstrukt aus mehreren Standards, ausspricht.
Deshalb werden wir in Kürze zwei weitere Klimaschutzprojekte bei uns ins Portfolio einbauen.
Für mehr Informationen:
- zum CCB Standard: www.climate-standards.org
- zum CarbonFix STandard: www.carbonfix.info
- zum Forest Stewardship Council (FSC): www.fsc.org (int.) und www.fsc-deutschland.de
Warum finden die Projekte in Panama statt?
Ein Baum bindet CO2 vor allem während seines Wachstums und da die jungen Bäume in den Tropen erheblich schneller wachsen als beispielsweise in Europa führt die schnellere Biomassenzunahme zu einer höheren Bindungswirkung. Außerdem hilft die Aufforstung am meisten an den Stellen, wo es tatsächlich die größten Waldverlustraten gibt. Panama an sich ist politisch und finanziell ein relativ sicherer Standort. Auch bietet Panama klima- und geographie-technisch gute Voraussetzungen: keine erhöhte Erbebengefahr, geringes Risiko für Wirbelstürme.
Details zu Aufforstungsprojekten, warum die Tropen der bessere Standort für solche Projekte ist und was der CarbonFix Standard ist, erfahren Sie im Interview:
Zu Aufforstungsprojekten führte natureOffice-Geschäftsführer Björn Hein ein Interview mit Dirk Walterspacher von CO2OL, das Sie hier nachlesen können
Zu den beiden neuen Projekten im natureOffice-Portfolio informieren wie Sie in Kürze hier im Blog.
(Bilder: CO2OL)





Am 2. Dezember 2009 um 16:53 Uhr
[...] natureOffice Bericht über Wiederaufforstung und Tropical Mix Projekt [...]