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20. Dezember 2009
von Björn

Nun ist er vorbei, der so sehnlich erwartete Klimagipfel, die COP15 in Kopenhagen. Rückblickend gut daran: noch nie gab es so viel Pressepräsenz für das Klimaproblem. Rückblickend schlecht: es gibt kein Ergebnis. Zumindest kein Ergebnis, wie wir alle es uns erhofft hätten. Der Klimagipfel endet im “Copenhagen Accord” mit schwammigen Floskeln und ohne konkrete Maßnahmen und Reduktionsbeschlüsse.

Die Konferenz hat in der Nacht von Freitag auf Samstag eine Erklärung anerkannt, die zwar das Ziel enthält, die Klimaerwärmung auf 2 Grad zu begrenzen, Maßnahmen wie das geschehen soll, enthält die Komprimisserklärung allerdings nicht. Aus Sicht überzeugter Klimaschützer kann dies nur enttäuschend sein. Wir haben die Entwicklungen genau beobachtet und waren gegen Ende eigentlich optimistisch, dass es eine Lösung in letzter Minute geben würde. Vielen ging es genau so. Schon aus einem persönlichen Idealismus heraus. Es scheint so zu sein, dass man sogar froh sein muss, dass die Konferenz nicht gänzlich geplatzt ist. Einige besonders vom Klimawandel betroffene Entwicklungsländer haben bis zuletzt lautstark gegen eine so unzureichende Schlussformel protestiert.

Jetzt steht es jedem Land frei das zu tun, was es meint, um den Klimaschutz voranzutreiben. Es siegt der Egoismus. Anscheinend ist die Politik (noch) nicht reif, einen gemeinsamen Ansatz zu entwerfen und durchzusetzen. Böse Zungen sprechen sogar von einer geheimen Achse USA-China, die weitergehende Reduktionsziele verhindert hätten. Nichts genaues weiß man nicht. Aber beobachtet man die US-Innenpolitik wird klar, dass Barack Obama eigentlich nichts Weiteres hätte versprechen können, ohne zuhause kräftig Ärger zu bekommen.

Wie geht es weiter? Es ergeben sich nun zwei mögliche Wege:

1. Die Spirale dreht sich nach unten.
Wenn sich die USA und China nicht auf Emissionsreduktionsziele einlassen, um die lokale Wirtschaft nicht zu schwächen, warum sollte es dann weiter die EU tun? Allein aus Wettbewerbsgründen könnten die Länder der EU es sich nicht mehr leisten. Ein furchtbares Szenario, aber leider auch ein durchaus wahrscheinliches.

2. Jetzt erst recht.
Angestachelt vom Misserfolg des COP15 Meetings könnte die EU weiter nach vorne gehen und vorbildhaft Ziele definieren und umsetzen. Wohl ein signalreiches Szenario, aber wahrscheinlich?

Viel wahrscheinlicher ist aber eine dritte Variante: Die Welt verharrt in Starre. Es wird zunächst der Rauch abziehen und die Wunden verheilen, die in Kopenhagen entstanden sind. Das nächste Ziel wäre das Vorbereiten eines Abkommens für 2010.

Abschließend kann man sagen, dass es aber durchaus positiv zu sehen ist, dass es überhaupt auf dieser Ebene und in dieser Zusammensetzung ein gemeinsames Abkommen gegeben hat. Auch wenn dieses erwartet/unerwartet schwach ausgefallen ist. Bleiben wir optimistisch und sehen, wo uns die nächsten Monate im Jahr 2010 hinführen werden. Wir hoffen auf ein Einlenken und setzen fest auf das Erkennen der Dringlichkeit der Lage bei allen politisch Beteiligten.

 


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