23. Oktober 2009
von Björn
Der Begriff „Nachhaltigkeit“ ist zur Zeit in aller Munde. Aber ist er wirklich so klar, wie jeder ihn für sich anwendet? Populärwissenschaftlich betrachtet beschreibt Wikipedia das Konzept der Nachhaltigkeit „die Nutzung eines regenerierbaren Systems in einer Weise, dass dieses System in seinen wesentlichen Eigenschaften erhalten bleibt und sein Bestand auf natürliche Weise nachwachsen kann“. http://de.wikipedia.org/wiki/Nachhaltigkeit
Und was sagt das Lehrbuch? Die Herausgeber des Buches „Betriebliches Umweltmanagement“ haben sich auf die Suche gemacht. Gleich im ersten Kapitel wird deutlich: So einfach ist das mit der Nachhaltigkeit nicht.
Doch der Reihe nach. Auf der Suche nach dem Nachhaltigkeitsursprung landet man in Rio de Janeiro. Hier fand 1992 die Konferenz für „Umwelt und Entwicklung“ der Vereinten Nationen statt. http://www.hdg.de/lemo/html/WegeInDieGegenwart/Weltpolitik/globaleAufgabenBody.html
Seit der Rio-Konferenz ist das Leitbild des „sustainable development“ aus der politischen und wissenschaftlichen Diskussion nicht mehr wegzudenken. Im Umfeld davon finden wir immer häufiger den Begriff Nachhaltigkeit, der in seinem Ursprung nichts anderes als eine adäquate Übersetzung von „sustainable“ ist.
Zunächst wird das Wort „nachhaltig“ hauptsächlich im Zusammenhang mit der Ressourcenbewirtschaftung (z. B. nachhaltige Wasserwirtschaft) eingesetzt. Heute findet Nachhaltigkeitsbegriff zunehmend willkürlich und inflationär Verwendung.
Da gibt es die schwache Nachhaltigkeit (weak sustainability), die in Unkenntnis der Bedürfnisse und Wünsche künftiger Generationen davon aus geht , dass es unerheblich ist, in welcher Form – ob natürlich oder menschengemacht – das „Gesamtkapital“ weiter gegeben wird, solange sein aggregierter Geldwert nicht abnimmt.
Es gibt auch die strikte oder starke Nachhaltigkeit (strong sutainability), die keinerlei Substitution von natürlichem durch Menschen gemachtes Kapital zulässt.
Und es gibt die (kritische) ökologische Nachhaltigkeit, die die Notwendigkeit einer Substitution natürlicher Ressourcen kurz- bis mittelfristig erkennt, jedoch nur dann, wenn ein kritischer natürlicher Ressourcenbestand nicht unterschritten wird.
Im Gegensatz zu den ersten beiden Konzepten, die erhebliche Nachteile haben, dominiert in der Nachhaltigkeitsdiskussion gegenwärtig der dritte Ansatz obwohl auch er noch keine unmittelbar verwendbaren Vorschläge für die Umsetzung einer nachhaltigen Entwicklung gibt.
Auf der Suche nach Konsensbereichen in den dargestellten unterschiedlichen Auffassungen scheint für die künftigen Wege der nachhaltigen Entwicklung, so das Resumee der Autoren, die Definition im 1987 veröffentlichten Brundtlandbericht am besten geeignet.
Nach der Brundtland-Definition ist eine Entwicklung dann nachhaltig, wenn sie die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht mehr befriedigen können. http://www.nachhaltigkeit.aachener-stiftung.de/artikel/brundtland_report_1987_728.htm
Diese Definition beinhaltet vier wesentliche Erkenntnisse, die nicht mehr allein das Ob, sondern auch das Wie in den Mittelpunkt stellen:
1. Der Schlüssel für die Gestaltung nachhaltiger Entwicklungsprozesse liegt in der Auseinandersetzung mit den menschlichen Bedürfnissen.
2. Das betrifft die Bedürfnisse sowohl der gegenwärtigen als auch der zukünftigen Generationen.
3. Gleichzeitig ist damit die ethische Forderung nach einem Ausgleich zwischen Industrie- und Entwicklungsländern verbunden.
4. Auch wird die Einsicht verknüpft, dass ökonomische, soziale und ökologische Entwicklungen notwendig als eine innere Einheit zu sehen sind.
Mit anderen Worten: Eine nachhaltige Entwicklung bedeutet nichts anderes, als die ökonomischen und sozialen Interessen im Allgemeinen und von Industrie- und Entwicklungsländern im konkreten unter einen Hut zu bringen. Damit ist Nachhaltigkeit nicht nur eine wichtige Aufgabe, sondern vor allem auch eine große Herausforderung, die nur dann gelingen kann, wenn den diversen Theorien ein zielorientiertes und gemeinsames Handeln aller Beteiligten folgt.
Warum dieses Thema im Blog von natureOffice zu finden ist? Weil die nachhaltige Medienproduktion für uns ein wesentliches Thema der Zukunft ist. Klimaneutrales Drucken ist Teil einer Nachhaltigkeitsstrategie, sowohl für Druckereien als auch für Unternehmen. Entsprechend dem oben aufgeführten Nachhaltigkeitsbegriff unterstützen wir Druckereibetriebe bei der Einsparung und Vermeidung von CO2, wir decken erhebliche Einsparpotenziale auf und helfen so, den CO2-Fußabdruck des Unternehmens Stück um Stück zu verkleinern.
Wer mehr zum Thema „Nachhaltiges Unternehmensmanagement“ wissen möchte, der wirft am besten einen Blick in das Lehrbuch oder schaut demnächst hier in den Blog.
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